Unser Refill-Logo reist durch Europa

Ein kleines Rätsel zu Beginn: Was klebt an circa 4.500 deutschen Schaufensterläden und Türen, ist blau und weist auf kostenloses Trinkwasser hin? Genau, unser Refill Aufkleber! Da unser Logo nicht nur in Deutschland verwendet wird, wollen wir euch in diesem Blogbeitrag zeigen, über welche Ländergrenzen es schon gereist ist. Los geht’s mit der Europareise!

Refill UK

Begonnen hat alles im Oktober 2015 in Bristol, UK. Die Idee für Refill hatte Natalie Fee, die das gemeinnützige Unternehmen City to the Sea gründete und regelmäßig Kampagnen für weniger Plastikmüll startet. Mittlerweile verzeichnet deren Refill App mehr als 25.000 Refill Stationen in ganz Großbritannien und kann auf mehr als 260.000 Downloads stolz sein. Weitere Informationen findet ihr auf der offiziellen Refill Website.

Refill UKs Message: Jedes einzelne Auffüllen zählt, denn so kann jede_r mithelfen weniger Plastikmüll zu produzieren!

Refill Deutschland startet in Hamburg

Inspiriert von der britischen Initiative gründet Stephanie Wiermann im März 2017 Refill Hamburg. Schnell begeistert die Refill Idee auch in Deutschland über Hamburgs Grenzen hinweg. Mittlerweile können wir auf eine Vielzahl an Auffüll-Stationen und Trinkbrunnen in unserer Refill-Deutschland-Karte verweisen. Unser von Stephanie entworfenes Logo hat es aber auch noch weiter in den Westen und Süden von Europa geschafft: nämlich nach Luxemburg und Griechenland.

Refill Griechenland

Den Spruch „Ich habe gute und schlechte Nachrichten, welche willst du zuerst hören?“ kennen bestimmt einige von euch. So ähnlich ging es mir auch bei der Kontaktaufnahme zu den beiden Initiativen, denn Refill Griechenland ist nicht länger aktiv. Die Gründerin von Refill Greece Niki Kourtidou erklärte mir, aus welchen Gründen:

  • Ein Großteil der einheimischen Gastronomie bietet heute bereits kostenloses Trinkwasser an.
  • Diejenigen, die zu sehr auf ihren eigenen Gewinn fixiert sind, sind an einem Projekt wie Refill nicht interessiert.
  • Nachdem eine Zusammenarbeit mit Natalie Fee nicht erfolgreich war, hat eine andere griechische gemeinnützige Organisation ihre eigene App gestartet.

Die Idee von einer Welt mit weniger Plastikmüll und einem besseren Zugang zu kostenlosem Leitungswasser lebt aber weiter, denn: Einige Gleichgesinnte haben sich zusammengetan und haben sich neue Ziele gesetzt. Sie wollen ihren Aktivismus darauf lenken, mehr öffentliche Wasserfontänen zu schaffen und mehr Menschen zu informieren. Niki wünscht Refill Deutschland aber weiterhin viel Glück – und wir ihnen auch, bei allem, was sie vorhaben!

Die griechische Refill-Website ist noch online, die Initiative Refill Greece gibt es aber nicht mehr.

Refill Luxemburg

Refill Lëtzebuerg gibt es seit Frühjahr 2018. Nachdem Adela und David beide auf unseren Refill Aufkleber an deutschen Geschäften aufmerksam geworden sind, gründeten sie zuerst getrennt zwei Refill Luxemburg Projekte und fusionierten später zu Refill Lëtzebuerg . Sie nutzen die britische Refill App, in denen bereits 111 Refill Stationen und circa 25 Trinkwasserbrunnen markiert sind. Obwohl Luxemburg ein kleines Land ist, erhält Refill dort ein gutes mediales Feedback, sagt mir David beim Skypen.

Auf Nachfrage, was der Hintergrundgedanke von Refill Lëtzebuerg war, antwortet David:

„Hochwertiges Leitungswasser haben wir schon immer wertgeschätzt. Wir wünschen uns, dass andere das auch tun. Deshalb verstehen wir Refill Lëtzebuerg als Maßnahme der Wertschätzung, mit der man mit wenig Arbeit viel bewegen kann.“

Refill Lëtzebuerg

Refill Lëtzebuerg ist eine ehrenamtliche Zwei-Personen-Initiative bestehend aus David und Adela, manchmal auch ihren Partnern. Potenziellen Refill Stationen schicken die beiden den blauen Refill Aufkleber und posten die neue Refill Station auf Facebook, sobald sie ein Bild mit dem angebrachten Aufkleber erhalten haben. Danach wird die Station in die britische App eingetragen. Fertig!

Unser Recht auf Leitungswasser!

Ihr größtes Projekt geht gerade in eine neue, wichtige Runde: Die Petition 1319 fordert ein Recht auf Leitungswasser in der Gastronomie ein, wie es zum Beispiel schon in Frankreich Gesetz ist. Vor ein paar Monaten gestartet, haben sie mit viel Aufwand und Gegenargumenten aus der Gastronomie 5.222 Unterschriften gesammelt und somit geschafft, dass die Petition im Luxemburger Parlament diskutiert wird. Bald ist es soweit und Refill Luxemburg steht im Parlament Rede und Antwort. Wir drücken natürlich die Daumen!

Refill Lëtzebuerg möchte sich bei Refill UK und Refill Deutschland bedanken, denn ohne das Logo und die App gäbe es Refill Lëtzebuerg vielleicht gar nicht…

Sie brauchten 4.500 amtlich bestätigte Unterschriften. Aber Refill Lëtzebuerg hat es sogar geschafft, 5.222 Stimmen zu sammeln!

Was uns alle europaweit eint, ist die Idee von weniger Plastikmüll und mehr Aufmerksamkeit fürs gesunde und kostenlose Leitungswasser. Es geht im großen, mittleren und kleineren Stil, kann sich nach einer Weile erledigt haben oder neue Aufgaben kommen dazu. Obwohl wir alle unterschiedliche Wege für ein landesweites Netzwerk gefunden haben, fühlen wir uns der gemeinsamen Sache wegen verbunden!

Ich bedanke mich ganz herzlich bei meinen Interviewpartnern David und Niki und deren Offenheit bzgl. meiner Fragen!

Wir wünschen euch weiterhin Alles Gute und das Beste für eure Ideen für eine gemeinsame und umweltverträgliche Zukunft!